Pressemitteilung Düsseldorf den 06.01.2026 Handelsblatt Research Institute

Handelsblatt Research Institute senkt seine Konjunkturerwartungen für Deutschland für 2026

Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat seine Konjunkturerwartungen für Deutschland für das neue Jahr erneut gesenkt. Für 2026 erwarten die Ökonomen nunmehr nur noch 0,7 Prozent reales Wirtschaftswachstum, 0,1 Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten. Im Jahr 2027 werde die Wirtschaft dann um 0,9 Prozent zulegen, heißt es in der neuen Konjunkturprognose des Instituts.

Konjunkturprognose des Handelsblatt Research Institute für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026
Die HRI-Konjunkturprognose für 2026, auf den Punkt gebracht: Staatskonsum und öffentliche Investitionen steigen, Wettbewerbsfähigkeit geht verloren, anhaltende Reformflaute, keine nachhaltige Besserung in Sicht.

Die Wirtschaftsdaten der kommenden Jahre würden bestimmt durch die kräftige Ausweitung der Staatstätigkeit, schreibt das HRI. Wie schon in den vergangenen Jahren dürften Staatskonsum und Investitionen weiter zulegen. Unterstelle man einen gesamtwirtschaftlichen Multiplikator von unter 1, so bedeute dies, dass für jeden zusätzlichen Euro, den der Staat auszugebe, das reale Bruttoinlandsprodukt um weniger als einen Euro steige. „Der Rest versickert in Preissteigerungen oder fließt über Importe ins Ausland“, schreiben die Institutsökonomen.

Das Hauptproblem der deutschen Volkswirtschaft ist laut HRI, dass ihr Herzstück, die Industrie, in den vergangenen Jahren dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe. Offensichtlich seien immer mehr Produkte aus Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig. Die Schwellenländer hätten technisch aufgeholt und profitierten auf den Weltmärkten von ihren schwachen Währungen. Überdies verteuerten sich Exporte in die USA durch die neuen Einfuhrzölle und den schwachen US-Dollar. Das HRI erwartet daher, dass die deutschen Exporte 2026 und 2027 zwar moderat wachsen dürften. Doch voraussichtlich würden die Importe noch stärker wachsen. Deshalb dämpfe der Außenhandel in beiden Jahren das Wirtschaftswachstum jeweils um 0,5 Prozentpunkte.

„Anders als die beiden vorherigen Regierungen hat die amtierende Große Koalition den Ernst der Lage offenbar erkannt“, sagte Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup. Allerdings fehle ihr Mut und Kraft, die notwendigen Reformen anzugehen. Der Herbst der Reformen, den Kanzler Friedrich Merz ausgerufen hatte, weise in die falsche Richtung. „Die Wirtschaft wächst in nächster Zeit zwar moderat, doch der Wohlstand der Bevölkerung wird weiter sinken. Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten schrumpfen“, prognostiziert Rürup.

Die vollständige Analyse zur Konjunkturerwartungen für Deutschland im Jahr 2026 finden Sie hier  .

Die älteren Konjunkturprognosen aus unserem Archiv finden Sie hier  .

Kontakt

E-Mail: pressestelle@handelsblattgroup.com

Über das Handelsblatt Research Institute

Das Handelsblatt Research Institute (HRI)   ist ein unabhängiges Forschungsinstitut unter dem Dach der Handelsblatt Media Group. Es schreibt im Auftrag von Kunden, wie Unternehmen, Finanzinvestoren, Verbänden, Stiftungen und staatlichen Stellen wissenschaftliche Studien. Dabei verbindet es die wissenschaftliche Kompetenz des 20-köpfigen Teams aus Ökonom:innen, Sozial- und Naturwissenschaftler:innen sowie Historiker:innen mit journalistischer Kompetenz in der Aufbereitung der Ergebnisse. Es arbeitet mit einem Netzwerk von Partner:innen und Spezialist:innen zusammen. Daneben bietet das Handelsblatt Research Institute Desk-Research, Wettbewerbsanalysen und Marktforschung an.

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