Pressemitteilung Düsseldorf den 06.01.2025 Handelsblatt Research Institute

Handelsblatt Research Institute sieht Deutschland auch 2025 in der Rezession

Das Handelsblatt Research Institute (HRI) geht in seiner neuen Konjunkturprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft auch im neuen Jahr leicht um 0,1 Prozent schrumpfen wird. Nach einem Minus von 0,3 Prozent in 2023 und 0,2 Prozent in 2024 wäre dies der dritte Rückgang in Folge. Solch ein lange Durstrecke gab es noch nie in der bundesdeutschen Geschichte.

Vor mehr als 20 Jahren, 2002 und 2003, war die deutsche Volkswirtschaft bislang erstmalig zwei Jahre in Folge geschrumpft – eine erste amtliche Schätzung über die Wirtschaftsentwicklung in 2024 wird das Statistische Bundesamt voraussichtlich am 15. Januar veröffentlichen. Erst für 2026 rechnen die HRI-Ökonomen wieder mit leichtem Wirtschaftswachstum, um 0,9 Prozent.

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Durststrecke für Deutschland: wirtschaftliche Erholung frühestens 2026

„Die deutsche Wirtschaft steckt in ihrer größten Krise der Nachkriegsgeschichte. Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Deutschen im Schnitt ärmer gemacht“, sagt Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup. Angesichts des auf bescheidene 0,5 Prozent gesunkenen Wachstumspotenzials sei keine baldige Besserung in Sicht, „da die Volkswirtschaft am Beginn eines kräftigen Alterungsschubs steht“.

Gestützt werde die Konjunktur allein durch den Konsum, den privatem und vor allem staatlichen, so das HRI. Der private Konsum werde 2025 um 0,9 Prozent wachsen, der staatliche um 1,0 Prozent. Während der private Konsum damit nur knapp über dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 liegen werde, dürfte der Verbrauch des Staates in diesem Zeitraum um rund zwölf Prozent wachsen. Die für Innovation und Wachstum entscheidenden Bruttoanlageinvestition werden laut HRI-Prognose bis zum Ende des Prognosezeitraums weiter schrumpfen; 2026 werden sie auf dem Niveau von Ende des Jahres 2016 liegen.

Die Inflation wird nach Einschätzung des HRI sowohl in 2025 als auch 2026 über der Zwei-Prozent-Marke verharren. Das dürfte die Europäische Zentralbank in der nahen Zukunft in einen Zielkonflikt stürzen: Zum einen möchte die EZB über sinkende Zinsen die schwächelnde Wirtschaft stimulieren, zum anderen sprechen die immer noch zu hohen Inflationsraten dagegen.

„Wie man heute weiß endete das goldene Jahrzehnt der deutschen Volkswirtschaft bereits 2018, nur, dass man dies zunächst dem Hitzesommer und dann der Pandemie zuschrieb“, betont Handelsblatt-Chefökonom Rürup. „Gegenwärtig steckt die Volkswirtschaft in einer Doppelkrise fest, dem Ende der Globalisierung und dem Beginn des rund 15 Jahren andauernden Alterungsschubs der Gesellschaft.“

Die ausführliche Konjunkturprognose kann hier auf der Website des Handelsblatt Research Institute (HRI) nachgelesen werden.

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