Pressemitteilung Düsseldorf den 10.10.2014 Handelsblatt

Michael Lewis gewinnt den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2014

Für sein Buch „Flash Boys – Revolte an der Wall Street“, erschienen im Campus-Verlag, hat Michael Lewis den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2014 gewonnen. Die Jury wählte das Buch aus einer Shortlist von zehn Titeln zum besten Wirtschaftsbuch des Jahres. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Der Preis wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bei einer feierlichen Gala überreicht.

Die Jury, zusammengesetzt aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, entschied sich für das Buch, weil es packend und präzise geschrieben ist und die beiden großen Debatten der Gegenwart aufgreift: Big Data und die Bankenkrise. „Wir prämieren Flash Boys, weil hier ein großartiger Erzähler sich auf verständliche und unterhaltsame Art einem der wichtigsten Gegenwartsthemen angenommen hat, den Fehlentwicklungen der Finanzwirtschaft. Das Buch ist ein fulminantes Plädoyer für einen Kulturwandel im Geldgewerbe“, erklärte der Jury-Vorsitzende Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts. Lewis zeige am Beispiel des Hochfrequenzhandels, seiner Helfer und Helfershelfer, dass die Finanzkrise noch immer nicht vollständig aufgearbeitet sei. Auch  der das Problem verschärfende Einfluss einer falsch verstandenen Regulierung wird anschaulich thematisiert.

Der amerikanische Bestsellerautor beschreibt in seinem Buch, wie Händler Wertpapiere mit leistungsstarken Computern und Kabelnetzen im Millisekundentakt handeln und sich dadurch Vorteile gegenüber dem restlichen Markt verschaffen. Nach dem Erscheinen nahmen das FBI und die Börsenaufsicht SEC Ermittlungen auf. In der Begründung der Jury heißt es: „Lewis‘  Buch ist eine allgemeinverständlich geschriebene Parabel darauf, dass Spitzen-Technologie nicht automatisch den Wohlstand der Nationen befördert, sondern reale Wertschöpfung sogar zerstören kann.“

Der 1960 in New Orleans geborene Autor und Wirtschaftsjournalist Michael Lewis war nach dem Studium der Kunstgeschichte in Princeton und der Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics selbst Händler und arbeitete  bei der Investmentbank Solomon Brothers. Dann entschied er sich, als Autor zu arbeiten. Sein erstes Buch von 1989, „Wall Street Poker“, wurde sofort ein Bestseller. Über die Immobilienkrise, die zum Lehman-Crash 2008 führte, schrieb Lewis den Bestseller „Big Short“, der in den USA gerade verfilmt wird.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom  Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“. Alle weiteren Informationen zum Preis und zur Jury sind zu finden unter: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de
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