Pressemitteilung Düsseldorf den 07.11.2012 WirtschaftsWoche

Singapur WirtschaftsWoche-Konferenz diskutiert Asien-Strategien für Unternehmen

Jenseits der dominierenden Märkte China und Indien erwacht mit den zehn Mitgliedstaaten der ASEAN-Region ein neuer „schlafender Riese“: Bis 2015 wollen sie ihre Ökonomien zur „ASEAN Economic Community“ vereinigen. Hier werden nach Ansicht von Marktkennern, wie Hans Peter Stihl, Unternehmer und Honorar­generalkonsul der Republik Singapur, in den nächsten Jahren die Weichen für unternehmerisches Wachstum in Asien gestellt.

Stihl eröffnete als Gastredner die eintägige Konferenz „Jenseits von China und Indien: Der Schlüssel zu neuen Asien-Strategien für den Mittelstand“, die von der WirtschaftsWoche und dem Singapore Economic Development Board (EDB) ausgerichtet wurde. Welche Chancen, aber auch Risiken und Herausforderungen der schnell wachsende ASEAN-Wirtschaftsraum für deutsche Mittelständler bedeutet, diskutierten rund 100 Gäste und Experten im Hyatt Regency Hotel Düsseldorf.

„Mit der ASEAN Economic Community entsteht ein zusammenhängender Wirtschaftsraum, der vom Billiglohnland bis zum Hightech-Forschungsstandort alles bietet. Aber um hier erfolgreich zu sein, müssen sich Unternehmen der Herausforderung stellen und ihre Geschäftspläne für Asien insgesamt neu strukturieren“, so WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy, der die Veranstaltung moderierte.

Die Länder der ASEAN Economic Community haben verstanden, dass sie zusammenarbeiten müssen, um gegen China und Indien bestehen zu können, betonte Gastgeber Alan Yeo, Regional Director Europe des EDB in Frankfurt. Gerade für Unternehmen, die sich neu für den asiatischen Markt interessieren, biete die Region ideale Bedingungen, so Yeo. Aber: „Um erfolgreich in Asien zu starten, müssen deutsche Mittelständler zuerst die Komplexität des Kontinents verstehen.“ Singapur biete mit stabilen und vorteilhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie einem hohen Schutz des geistigen Eigentums hervorragende Ausgangspositionen: „Als Standort sind wir mit den ‚hidden Champions‘ in Deutschland vergleichbar: klein und versteckt, aber nicht zu unterschätzen.“

Von der wachsenden Bedeutung des ASEAN-Raumes für den deutschen Mittelstand zeigte sich auch Stefan Herr, Partner der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners und einer der Fachreferenten der Konferenz, überzeugt. Er warnte jedoch vor zu simplen Strategien: „Es genügt nicht, die deutschen Produkte in Asien zu lokalisieren und ein bisschen anzupassen.“ Man müsse eigene Entwicklungen für Asien forcieren und gegebenenfalls eine Zwei-Produktlinien-Strategie fahren. „Eine für den Westen, eine für Asien“, so Herr.

Die Singapur-WirtschaftsWoche-Konferenz habe nicht nur neue Asien-Strategien für den Mittelstand aufgezeigt, sondern auch zu einer veränderten Sicht auf die Region beigetragen, so Moderator Roland Tichy. „Es ist gelungen, mithilfe des Singapore Economic Development Board ein aktuelles und realistisches Bild der aufstrebenden ASEAN-Region zu zeichnen. Denn allein von Deutschland aus ist es kaum möglich, zu erfassen, was sich auf Asiens Märkten entwickelt.“

Oder, wie es Joachim H. Ihrcke, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Droege Group Asia, formulierte. „Der asiatische Drache ist erwacht und Sie müssen ihn reiten. Das ist riskant und sicher nicht einfach, aber danebenzustehen oder abzusteigen ist noch viel gefährlicher.“

 

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